Friedenskarawane: spannende Alternativen zu Tiefflug und Bomben
27.9. bis 13.10.
Gespräche, Aktionen und Veranstaltungen werden in diesem Herbst die Dörfer in der Kyritz-Ruppiner Heide bei Wittstock (Nähe Berlin) beleben - wenn die FRIEDENSKARAWANE vom 27. September bis 13. Oktober von Ort zu Ort zieht und über ermutigende, gewaltfreie Alternativen zu Militär und Krieg informiert.
Die Bundeswehr plant in dieser Heidelandschaft den größten europäischen Bombenabwurfplatz. Seit zehn Jahren verhindert die Bürgerinitiative FREIe HEIDe mit Protest, phantasievollen Aktionen und Gerichtsprozessen solch Kriegsgetöse vor ihrer Haustür. Doch seit die NATO global im militärischen Einsatz ist, wächst der Druck der Militärs nach so einem 'Luft-Boden-Schießplatz'.
Bereits die Rote Armee hatte während der DDR-Zeit über Jahrzehnte mit Militärübungen und Bombenabwürfen, die Menschen dort den Krieg nie vergessen lassen. Wir wollen in dieser durch Militär und von Widerstand geprägten Region die Menschen für eine finanzielle und persönliche Unterstützung von Friedensarbeit gewinnen.
Worum geht es?
In den letzten 50 Jahren haben Friedengruppen vieler Länder FriedensarbeiterInnen in Konflikt- und Kriegsgebiete entsandt. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Gruppen vor Ort suchen sie Auswege aus der Spirale der Gewalt. Sie unterstützen die Menschen bei einer konstruktiven, gewaltfreien Austragung und Bearbeitung der Konflikte. Ihre Anwesenheit bietet bedrohten örtlichen FriedensaktivistInnen häufig Schutz vor gewalttätigen Übergriffen.
Aufgrund dieser langjährigen Erfahrungen und Vorarbeit hat die Bundesregierung ab 1998 einen zivilen Friedensdienst (ZFD) im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit gegründet. Auch wenn dafür weniger als ein Prozent der Militärausgaben aufgewendet werden, ist dies ein Schritt in die richtige Richtung.
Doch der Bedarf an Friedensarbeit ist weit größer.
Während der FRIEDENSKARAWANE werden wir von den Erfahrungen mit qualifizierter Friedensarbeit berichten und wir wollen die Menschen für die Unterstützung von FriedensarbeiterInnen gewinnen. Spendenpatenschaften für Ausbildung und Projekte sollen Friedensarbeit über staatliche Zuschüsse hinaus möglich machen. Und wir werden in dieser Region mit hoher Arbeitslosigkeit Menschen ermutigen und anregen, über die Perspektive einer Ausbildung als FriedensarbeiterIn nachzudenken.
Viele Menschen haben sich enttäuscht von der Politik abgewendet. Gerade diese Menschen wollen wir ansprechen: Wir brauchen nicht auf politsche Veränderungen warten - wir können selber Friedensinitiativen in Gang bringen und unterstützen. Hundert Menschen können mit zwei Prozent ihres Einkommens die Ausbildung und das Projekt eines/r FriedensarbeiterIn ermöglichen.
Mitmachen erwünscht
Für die Karawane suchen wir Menschen, die mit Musik, Theater, Artistik, Kinderspielen, freundlich-lustigen Transparenten und im persönlichen Gesprächen ... Jung und Alt im Dorf ansprechen oder andere Öffentlichkeits- und Vorbereitungsarbeit übernehmen. An der Karawane werden auch FriedensarbeiterInnen mit Auslandserfahrung und TrainerInnen für Gewaltfreie Aktion teilnehmen.
Beginnen werden werden wir mit einem dreitägigen Training, um uns auf Argumente und Gespräche vorzubereiten. Die Karawane versteht sich als gewaltfrei, lernende Aktionsgruppe. Wir werden nicht hasten, sondern jeweils mehere Tage in einem Dorf den BewohnerInnen und uns Zeit geben, zum gegenseitigen Kennenlernen und Gespräch. Wir freuen uns über Menschen aller Alters- und Berufsgruppen als GesprächspartnerInnen für die unterschiedlichen Menschen im Dorf.
Die FRIEDENSKARAWANE ist ein Anfang - wir wollen den Versuch wagen, ob wir an der Basis, an den Graswurzeln unserer Gesellschaft, die Hoffnung auf gewaltfreie Wege zum Frieden wecken können.
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