Während der Corona-Pandemie ist vielen Menschen bewusst geworden, dass der kapitalistische Raubbau an der Natur das Artensterben befeuert und die Seuchengefahr erhöht. Eine aktuelle Analyse von GWR-Autor Martin Baxmeyer. (GWR-Red.)
Nun gut. Nehmen wir zwei Beispiele für das Entstehen von Seuchen, willkürlich herausgegriffen: Während der britischen Herrschaft über den indischen Subkontinent trieben die Kolonialherren Einheimische in die Mangrovenwälder der Sundarbans (heute Bangladesch), um Reisfarmen anzulegen (1). Bis zu diesem Zeitpunkt hatte kaum jemand die unwegsamen Wälder betreten. Nun gerieten die dort lebenden Menschen in Kontakt mit Bakterien, die im Brackwasser lebten. Diese mutierten, passten sich an die unerwarteten Wirtstiere an und haben seither sieben Pandemien ausgelöst. Sie erhielten den Namen Cholera.
Ein anderes Beispiel: Im Kongo ließen die belgischen Kolonisatoren Eisenbahnen bauen und ganze Landstriche besiedeln. Sie urbanisierten das Land. Dadurch gelang es den Lentiviren, mit denen die einheimischen Makaken infiziert waren, sich immer besser an den menschlichen Körper anzupassen. Aus den Lentiviren der Makaken wurde schließlich HIV (2). Gängigen Konjunkturen zum Trotz geht es bei diesen Beispielen, denen sich leicht weitere hinzufügen ließen, ausnahmsweise nicht um die Folgen kolonialer Herrschaft, sondern um etwas Grundsätzliches: Zerstörerische Eingriffe in den Naturhaushalt erhöhen die Seuchengefahr. Und – es mag sich anhören wie ein paradoxes Wortspiel, aber es ist die Wahrheit – wer die Seuchengefahr erhöht, erhöht die Seuchengefahr sogar am allermeisten. Anders, und weniger kryptisch ausgedrückt: Bricht durch menschliches Fehlverhalten und Versagen eine Seuche aus, vielleicht gar transkontinental, nehmen auch alle anderen Seuchen an Gefährlichkeit dramatisch zu.
Corona – und nichts dazugelernt
Es war eindrucksvoll zu erleben, wie während der Corona-Pandemie zur besten Sendezeit plötzlich der Zusammenhang von Umweltzerstörung und Seuchengefahr in aller Deutlichkeit hervorgehoben wurde. Ein Zusammenhang, der in Fachkreisen zwar seit langem bekannt ist, auf den hinzuweisen aber bis dahin offenkundig als unpopulär galt. Dieser Sinneswandel wird nur zum Teil damit zu erklären sein, dass die Seuche mit hoher Wahrscheinlichkeit ihren Ausgangspunkt auf einem chinesischen Wildtiermarkt nahm, auf dem Tiere auf engstem Raum feilgeboten wurden, die sich in freier Wildbahn nie begegnet wären, und der Kontakt zwischen Mensch und Tier eng ist. Ein Ende 2024 im Auftrag der Republikanischen Partei in den USA nach vier Jahren Arbeit präsentiertes Gutachten (die Demokraten präsentierten bei gleicher Gelegenheit ein Gegengutachten), das sich erneut bemühte, die These stark zu machen, das Virus sei aus einem Labor in Wuhan entwichen, hat schlüssige Beweise nicht vorlegen können (3).
Der Grund für die überraschende mediale Gegenwart längst erwiesener Fakten über den Zusammenhang von Ökologie und Virologie war wohl, dass die Bedrohung durch Corona jegliche Schönfärberei für den Moment als unzulässig erscheinen ließ. Der Schutz sogenannter biodiverser Pufferzonen, die verhindern sollen, dass sich in einer von Menschenhand immer weiter zerstörten Natur nur mehr sogenannte Generalisten durchsetzen, solche Arten also, die mit unterschiedlichen, zum Teil extremen Lebensräumen (wie etwa einer Großstadt) mühelos zurechtkommen und
entsprechend extrem gefährliche und resistente Generalisten-Viren übertragen, war plötzlich kein lässlicher Luxus mehr, sondern Grundvoraussetzung menschlichen Überlebens. Alle Warnungen verpufften wie Rauch im Winde. Die Zerstörung von Regenwäldern, urbane Flächenversiegelung und die Überbeanspruchung des Bodens haben ein noch nie gekanntes Ausmaß erreicht (4). Umso bedrohlicher wirkt der Umstand, dass es noch nicht einmal neue Krankheiten sein müssen, die durch das sture „Weiter-wie-bisher“ zu globalen Gefahren werden können. Auch längst bekannte Erreger profitieren von der fortgesetzten Zerstörung der Natur.
Die Chagas-Krankheit: eine Geißel Lateinamerikas
Selbst Menschen, die sich beruflich mit Lateinamerika beschäftigen oder das Land häufig bereisen, ist die Chagas-Krankheit oft unbekannt. Sie gehört zu den sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, kurz: NTD). Eine Liste der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfasst 21 solcher Krankheiten, zum Teil mehrere unter derselben Rubrik. Zu ihnen gehört etwa die fürchterliche Krankheit Noma („Wangenbrand“), die das Gesicht kleiner Kinder entstellt und in 90 % der Fälle tödlich ist. Noma kam erst 2023 auf Drängen Nigerias auf die Liste der WHO. Des Weiteren finden sich dort Krankheiten wie die Lepra, das Dengue-Fieber, oder solch alte Bekannte wie die Tollwut (5). Wer denkt, bei den NTDs handele es sich um medizinische Exoten, Krankheiten, an denen in irgendeinem verlorenen Winkel der Welt ein paar hundert Menschen litten, kann sich von der Chagas-Krankheit eines Besseren belehren lassen: Im Jahr 2024 litten in Lateinamerika 15 Millionen Menschen an dieser lebensbedrohlichen Krankheit, weitere 30 bis 40 Millionen waren akut gefährdet. In Bolivien ist nach Angaben des Tropeninstituts Hamburg womöglich ein Viertel der Bevölkerung infiziert. Übertragen wird Chagas vor allem durch drei Arten von Raubwanzen, blutsaugende Insekten, von denen eine auf den unschönen Namen „kissing bug“ („Küssende Wanze“) hört, weil sie die Angewohnheit hat, ihre Opfer ins Gesicht zu stechen. Diese Wanzen nisten im Allgemeinen in Mauerritzen und Strohdächern, aber auch im Fell von Haus- und Nutztieren. Allein die Art ihrer Habitate macht bereits deutlich: Wie alle NTDs ist die Chagas-Krankheit eine klassische Arme-Leute-Krankheit. Sie wütet (bisher) vor allem in ländlichen Regionen Lateinamerikas und verläuft in drei Phasen: Nach einer ein- bis vierwöchigen Inkubationszeit entwickeln Infizierte Symptome wie Fieber, Schwellungen der Lymphknoten, Übelkeit, Anämie und eine verräterische Schwellung der Einstichstellen. Zu diesem frühen Zeitpunkt ließe sich die Krankheit theoretisch noch bekämpfen. Oft wird sie jedoch nicht oder zu spät erkannt. Außerdem stehen zur Behandlung der Chagas-Krankheit bis heute nur zwei (!) Medikamente zur Verfügung, die derart grausige Nebenwirkungen haben, dass sie ausschließlich stationär verabreicht werden können. In der nun folgenden Latenz-Phase, die mehrere Jahre andauern kann, sind die Opfer symptomfrei. In dieser Zeit gelangen die Erreger, einzellige Lebewesen, sogenannte Protozoen, in sämtliche Organe des Körpers. Bricht die Krankheit in ihrer dritten Phase dann als chronische Infektion endgültig aus, schädigt sie vor allem das Herz, den Darm, und (besonders furchterregend) die Nerven und das Gehirn. Die Schädigung kann zu Demenz und völliger Idiotie führen. Eine nennenswerte medizinische oder pharmakologische Forschung zur Chagas-Krankheit, zumal in den reichen Ländern des Nordens und Westens, existiert nicht, weil sie als nicht profitabel gilt. Auch, sich vor einer Infektion zu schützen, ist nicht leicht. Auf der Homepage des Auswärtigen Amtes findet sich die erheiternde Empfehlung, den „Kontakt mit blutsaugenden Wanzen zu meiden“, ganz so, als seien sie Kuscheltiere, die man vor dem Einschlafen streicheln würde. In den armen Regionen Lateinamerikas haben sich Moskitonetze als brauchbarer Schutz erwiesen. Neue Erkenntnisse, die in Deutschland vor allem die BUKO Pharma-Kampagne bekanntgemacht hat, lassen nun allerdings einen bedrohlichen Zusammenhang zwischen der Ausbreitung der Chagas-Krankheit und der Intensivierung der Palmölproduktion in Lateinamerika erkennen.
Palmölproduktion in Lateinamerika
Nimmt man den Weltmarkt als Ganzes in den Blick, so ist die Palmöl-Produktion (6) in Lateinamerika noch unbedeutend. 85 % des globalen Bedarfs werden von nur zwei Ländern gedeckt, Indonesien und Malaysia. Als sich innerhalb der wirtschaftlichen und politischen Eliten schlussendlich die Erkenntnis durchsetzte, dass wirtschaftliches Wachstum durch den Verbrauch fossiler Ressourcen nicht ewig weitergehen könne, erschien Palmöl im Zuge der sogenannten „Dekarbonisierung“ als hoffnungsvolle Alternative: ein nachwachsender, pflanzlicher Rohstoff, der im globalen Süden massenhaft hergestellt werden konnte und als „Biodiesel“ den alten Treibstoff ersetzen sollte. Sogar von einer ökologischen und nachhaltigen Wende in der Energiepolitik wurde geträumt. Inzwischen ist der Ruf gründlich ruiniert. Die Zerstörung riesiger Regenwaldflächen in Indonesien und Malaysia haben Palmöl vom Erlöser zum Schreckgespenst werden lassen. Regierungen und Firmen in Lateinamerika versprechen nun, alles besser zu machen: In Brasilien, Ecuador, Guatemala, Honduras, Peru, vor allem aber in Kolumbien, das sich zum Spitzenreiter unter den amerikanischen Palmölproduzenten gemausert hat, soll sie endlich Wirklichkeit werden: die ökologisch unbedenkliche Gewinnung eines sauberen Brennstoffs.
Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Um Palmöl profitbringend anzubauen, braucht es große, zusammenhängende Flächen, die nicht durch zahllose Eigentumstitel zerhackt sind. Solche Flächen bietet (auch) in Lateinamerika eigentlich nur frisch gerodeter Regenwald. Es ist daher eine bestenfalls gewagte Behauptung, wenn Politikerinnen und Politiker die Palmölproduktion als Alternative zur allgegenwärtigen Viehzucht preisen, die bisher die Hauptverursacherin der Entwaldung in Lateinamerika war. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung förderte den Palmölanbau sogar als eine Alternative zu Coca. Bearbeitet werden die gewaltigen Palmölplantagen von kleinbäuerlichen Familien, die relativ kleine Parzellen bewirtschaften und stets abhängig bleiben von den Besitzerfirmen, da Palmölproduktion nur in der Masse Gewinn bringt. Darüber hinaus hängt ihre Bezahlung ab von schwankenden Weltmarktpreisen. Bei den Besitzerfirmen handelt es sich oft um Strohfirmen multinationaler Konzerne oder europäischer, US-amerikanischer und chinesischer Investoren, die, eng verfilzt mit der korrupten nationalen Politik und dem organisierten Verbrechen, bestehendes Recht beugen oder brechen und abgezogen werden, wenn sich Widerstand regt. In Deutschland bekannt wurde 2015 der sogenannte Melka-Skandal: Der tschechisch-US-amerikanische Investor Dennis Melka hatte sein Geld mit Palmöl-Produktion in Malaysia gemacht und wollte auf den peruanischen Markt vordringen. Immerhin gehört der Palmöl-Sektor noch immer zu den am schnellsten wachsenden Wirtschaftsbereichen des Landes. Über ein undurchsichtiges Geflecht aus Tochterfirmen ließ Melka (u. a.) die einheimische Bevölkerung der Gemeinde Santa Clara in der Ucayali-Region enteignen und den dortigen Regenwald illegal abholzen. Die Betroffenen zogen vor Gericht, und es bestanden gute Aussichten, dass es zu einem Schuldspruch kommen würde. Einige Tage vor dem Urteil stieß Melka dann einfach seine Tochterfirmen ab und zog sich aus Peru zurück. Er ist bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Die durch ihn angerichteten Umweltzerstörungen freilich blieben.
Wie die Entwicklung der Palm-ölproduktion in Lateinamerika weitergehen wird, bleibt allerdings abzuwarten. Wirtschaftlich wird Palmöl zurzeit von zwei gegenläufigen Entwicklungen in die Zange genommen: Zum einen hat die vor allem in Europa massiv forcierte E-Mobilität (mit all ihren neuen lügenhaften Versprechen) das Interesse an Bio-Diesel stark sinken lassen. Zum anderen drängt in den reichen Ländern des Nordens und Westens die politische Rechte entgegen aller Vernunft auf die Rückkehr zu fossilen Brennstoffen. Noch allerdings sind die Wachstumsraten bei der Palmölproduktion in Lateinamerika beachtlich.
Die Palmöl-Seuche
Neben der Schädigung des Klimas und der Zerstörung der Lebensgrundlage der einheimischen Bevölkerung ist die massive Zerstörung unberührten Regenwaldes für sich genommen schon eine unzumutbare Erhöhung der Seuchengefahr, da neue und bisher unbekannte Erreger freigesetzt werden können. Aber es kommt noch schlimmer: Wo immer in den vergangenen Jahren in Lateinamerika neue Palmölproduktionsstätten aufgebaut oder bestehende Kapazitäten vergrößert wurden, stieg die Zahl der Infektionen mit der Chagas-Krankheit auf signifikante Weise. Es war dabei gleichgültig, in welchem Land die Produktion angekurbelt wurde. Immer galt die Gleichung: mehr Palmöl = mehr Chagas-Infektionen. Die Gründe sind naheliegend: Offenbar bieten Palmöl-Monokulturen den Überträgerwanzen blendende Lebensbedingungen, da sie in derartigen Wüsten der Biodiversität keine natürlichen Feinde mehr zu fürchten haben. Die hohe Verdichtung kleinbäuerlicher Ansiedlungen sorgt dafür, dass ihnen auch die Wirtstiere nicht ausgehen – seien diese nun vier-, oder zweibeinig. Es gibt Anzeichen, dass die Wanzen über die Produktions- und Lieferwege des Palmöls auch in den städtischen Raum gelangen. Dort richten sie weiteren Schaden an. Da sie keineswegs nur landwirtschaftliche Nutztiere befallen, sondern auch Hunde, Katzen und Ratten, steht ihnen der Weg in städtische Privatwohnungen ebenfalls offen. Unter diesen Umständen dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Chagas-Krankheit aufhört, eine Angelegenheit armer Leute zu sein. In T.C. Boyles 2023 auf Deutsch erschienenem dystopischen Roman „Blue Skies“ wütet sie bereits in den USA (7). 2023 zählte man (bei hoher Dunkelziffer) 4,6 Millionen Dengue-Fieber-Erkrankungen, ein historischer Rekordwert; 2024 lag die Zahl der Erkrankten bis April bereits bei 7,6 Millionen, darunter 3000 Tote (8). Das gefürchtete Dengue-Fieber bricht in Lateinamerika alle Infektionsrekorde. Nun droht Chagas zum nächsten Kandidaten für eine kontinentale Pandemie zu werden. Die Krankheit ist tatsächlich zur Palmöl-Seuche geworden.
Schlussfolgerung
Wer die Vielfalt des natürlichen Lebens auf dieser Erde sehenden Auges zerstört, erhöht die Seuchengefahr. Wer Armut, Elend und soziale Ungerechtigkeit verschärft, erhöht die Seuchengefahr. Wer Waffen in Kriegsgebiete liefert und den Hunger in der Welt wachsen lässt, erhöht die Seuchengefahr (9).
Im Jahr 2021, mitten in der Corona-Pandemie, wagte der Immunologie Stephan H.E. Kaufmann einen wissenschaftlich begründeten Blick in die Zukunft und versuchte einzuschätzen, welche Folgen diese Pandemie wohl auf andere Seuchen der Welt haben würde. Kaufmann ist ehemaliger Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin, war an der Entwicklung eines verbesserten Impfstoffes gegen die Tuberkulose beteiligt und ist einer der führenden deutschen Experten zum Thema. Es lohnt, seine Prognose im Wortlaut zu zitieren, zumal sich bereits abzeichnet, dass die Wirklichkeit seine Befürchtungen noch übertreffen wird: „Infolge des Ausbruchs des neuen Erregers […] wurde verständlicherweise ein Großteil der weltweiten Gesundheitsressourcen auf die Bekämpfung der Pandemie ausgerichtet. Dadurch hat sich – von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt – die bereits zuvor dramatische Lage in Bezug auf die drei großen Seuchen [HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose, Anm. MB] sowie die vernachlässigten Krankheiten rasant verschlechtert. […] So zeigt eine Modellierung, wie katastrophal sich [die Folgen der Pandemie] auswirken könnten: Allein an der Tuberkulose würden 2025 über 6 Millionen Menschen zusätzlich erkranken und 1,4 Millionen versterben. Ein anderes Modell errechnet, dass eine Unterbrechung der antiretroviralen Therapie über sechs Monate [wie sie durch überlastete Gesundheitssysteme und andere Faktoren während der Pandemie zustande kam, Anm. MB] für 500.000 zusätzliche Todesfälle durch HIV/Aids verantwortlich wäre. Für die Malaria wäre sogar eine Verdopplung der Todesfälle bei einem Zusammenbruch der Versorgung auf 770.000 Todesfälle zu befürchten. Das sind erschreckende Zahlen, die verdeutlichen, in welchen Teufelskreis wir geraten sind. Während gegen COVID-19 innerhalb eines Jahres wirksame Impfstoffe entwickelt wurden, droht die Pandemie, uns in der Bekämpfung der drei großen Seuchen um Jahrzehnte zurückzuwerfen“ (10).
Wir sollten den Mut haben, dem ganzen Wahnsinn ins Gesicht zu blicken, wenn wir politisch handlungsfähig bleiben wollen. Die neue Normalität nach Corona war nichts weiter als der alte Wahnsinn. Es ist sonderbar, wie viele Menschen bereit sind, sich einem falschen und verdrehten Trost hinzugeben, nur, um die eigene Angst zu bändigen. Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist nicht der Tag am nächsten. Ich lade skeptische Leserinnen und Leser ein, einen Blick auf die Zifferblätter ihrer Uhren zu werfen. Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist die Nacht am tiefsten. Das ist alles.
(1) Mein Artikel dankt Inspiration und wichtige Informationen Herrn Max Klein, dem Öffentlichkeitsreferenten der BUKO Pharma-Kampagne. Sein Vortrag zu „Klimakrise und Gesundheit“ sei an dieser Stelle von Herzen empfohlen.
(2) Vgl. Shah, Sonia: „Menschen, Tiere, Viren. Was die Zerstörung von Lebensräumen mit der Entstehung von Krankheiten zu tun hat“, in: Edition Le Monde diplomatique: Ware Gesundheit, Berlin 2022, S. 31-33, hier S. 33.
(3) Vgl. Dyer, Owen: „Covid-19 originated in Wuhan lab, alleges Republican congressional report“, in: British Medical Journal (BMJ) 387, 9. Dezember 2024 [https://doi.org/10.1136/bmj.q2765, eingesehen am 13. Dezember 2024].
(4) Vgl. Le monde diplomatique, Atlas der Globalisierung: Ungleiche Welt, Berlin (TAZ) 2022.
(5) Vgl. u. a. BUKO Pharma-Kampagne (Hg.), Von wegen exotisch. Vernachlässigte Tropenkrankheiten im Fokus. Pharma-Brief Spezial Nr. 1, 2024, Bielefeld 2024. Die Broschüre ist kostenlos bei der BUKO Pharma-Kampagne zu beziehen.
(6) Vgl. für die folgenden Informationen: Fatheuer, Thomas, Palmöl in Lateinamerika. Expansion und Konflikte, hrsg. vom Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL), Berlin 2016.
(7) Vgl. Boyle, T.C., Blue Skies, 1. Auflage, München (Hanser) 2023.
(8) Vgl. Pharma-Brief 5, Juni 2024, S.8.
(9) Vgl. u. a. Kaufmann, Stefan H. E., Wächst die Seuchengefahr? Globale Epidemien und Armut: Strategien zur Seucheneindämmung in einer vernetzten Welt, Frankfurt/M. (Fischer) 2008.
(10) Kaufmann, Stefan H.E., Impfen. Grundlagen, Wirkung, Risiken, München (C.H. Beck) 2021, S. 138-140.
Dies ist ein Beitrag aus der aktuellen Ausgabe der Graswurzelrevolution. Schnupperabos zum Kennenlernen gibt es hier.