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Perspektiven für Nordostsyrien?

Die Situation in Rojava nach dem Ende des Assad-Regimes

 496 februar 2025 Michael Wilk

Mehr als dreizehn Jahre nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung des Arabischen Frühlings und dem anschließenden Beginn des Bürgerkriegs in Syrien kollabierte im Dezember 2024 die syrische Diktatur. Der Autokrat Baschar al-Assad floh ins russische Exil. Das Ende des Folter-Regimes der Familie Assad, die Syrien seit 1971 totalitär regiert hatte, ist ein Grund zum Feiern. Gleichzeitig ist eine neue Diktatur durch die siegreichen islamistischen Milizen zu befürchten. Hoffnungsträger für feministische, anarchistische, ökologische und andere emanzipatorische Bewegungen sind dagegen die Menschen, die seit 2012 vor allem in den kurdischen Gebieten Syriens versuchen, eine autonome, selbstverwaltete und emanzipatorische Sozialstruktur zu organisieren. Die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien, bekannt unter dem kurdischen Namen Rojava (Westkurdistan), ist ein de facto autonomes Gebiet in der gleichnamigen Region im Nordosten von Syrien. Dort wird versucht, eine direkte Demokratie mit pluralistischen Prinzipien zu realisieren, die für ökologische Nachhaltigkeit eintritt und die Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig von Ethnie, Religion oder Geschlecht verwirklicht. Seit 2016 wird die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien von der Türkei angegriffen. Für die GWR beschreibt Dr. med. Michael Wilk die aktuellen Entwicklungen. Der Autor von „Erfahrung Rojava – Berichte aus der Solidaritätsarbeit in Nord-Ostsyrien“ (Edition AV, Lich 2022) ist aktiv im Anarchistischen Forum Wiesbaden und seit 2014 regelmäßig unterstützend als Notarzt für den Kurdischen Roten Halbmond in Rojava ((1)) im Einsatz. (GWR-Red.) Weiterlesen

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Migrationsfeindliches Grundrauschen

Thesen zur Eskalation der migrationspolitischen Debatte nach Solingen

 493 november 2024 Olaf Bernau

In den ersten Tagen nach der Brandenburger Landtagswahl am 22. September 2024 sorgte ein rassistischer Zwischenfall auf der AfD-Wahlparty für Empörung: Zu den Klängen eines bekannten Partyhits hatten junge AfD-Mitglieder ausgelassen „Jetzt geht's ab, wir schieben sie alle ab“ gegröhlt. Unter ihnen Anna Leisten, Vorsitzende der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative in Brandenburg, die auf Fotos gerne mit dem White-Power-Gruß posiert. Weiterlesen

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Foltertod auf Athener Polizeiwache

Wie starb Mohamed Kamran Asik?

 493 november 2024 Ralf Dreis, Thessaloníki

Mohamed Kamran Asik verbrachte die letzten acht Tage seines Lebens als Gefangener in fünf Athener Polizeiwachen. Am Morgen des 21. September 2024 wurde er seiner Familie im Polizeirevier von Ágios Panteléimon tot und mit offensichtlichen Folterspuren übergeben. Als er um 7:30 Uhr im Gewahrsamraum des Reviers gefunden wurde, hatte der 37-jährige Pakistaner eine Unzahl von Schlägen auf seinen gesamten Körper erhalten. Einige seiner Wunden schienen frisch, andere älter zu sein. Alle jedoch wurden ihm in dem Zeitraum zugefügt, in dem sich Asik im Gewahrsam der griechischen Polizei befand. Weiterlesen

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Friedhof der Rettungswesten

Die Situation der Geflüchteten auf Lesbos und in Athen

 483 november 2023 Peter Oehler

Der Frankfurter Bewegungs-Aktivist Peter Oehler bereist seit vielen Jahren immer wieder Griechenland, wo er ehrenamtlich u.a. in einer Klinik der Solidarität gearbeitet hat und sich in der Geflüchteten-Solidaritätsbewegung engagiert. Seit acht Jahren berichtet er in der GWR regelmäßig über seine Erlebnisse und die Situation der Geflüchteten in Griechenland. Im August/September 2023 ist er wieder nach Griechenland gereist. (GWR-Red.) Weiterlesen